Biofabrik bringt erste dezentrale Kompakt-Pyrolyse zur Marktreife

WASTX Plastic Seitenansicht

Dresden, 08. Mai 2019 – Nach über sechs Jahren Entwicklung hat die WASTX Plastic, eine dezentrale Kompakt-Pyrolyseanlage der Biofabrik Technologies GmbH die Marktreife erlangt. Mit der WASTX Plastic liefert die Biofabrik eine dezentrale, mobile Lösung für die direkte rohstoffliche Verwertung komplizierter Kunststoffabfälle dort, wo sie gesammelt werden.

 

Ein großer Teil des weltweiten Plastikabfalls kann nicht werkstofflich recycelt werden

Weltweit werden pro Jahr über 300 Mio. Tonnen Kunststoffabfälle produziert. Etwa 5 Mrd. Tonnen Kunststoffabfälle liegen bereits in Deponien. Das Problem: Wenn Kunststoffe über einen längeren Zeitraum Witterungsbedingungen, Strahlung etc. ausgesetzt sind, verlieren sie ihre Werkstoffeigenschaften und sind somit auch nicht mehr werkstofflich verwertbar. Hinzu kommt, dass immer mehr Verbundkunststoffe hergestellt werden, für die es ebenfalls noch keine werkstofflichen Recycling-Methoden gibt.

 

Die Lösung: Rohstoffliches Recycling mittels Pyrolyse

Bei der Pyrolyse werden die langkettige Kohlenwasserstoffverbindungen des Plastikabfalls durch den Einfluss hoher Temperaturen unter Ausschluss von Sauerstoff aufgebrochen. Es entstehen kurzkettige und damit flüssige Verbindungen. Aus dem Plastikabfall wird so ein Kraftstoff der zum Antrieb von Schiffsmotoren verwendet oder durch Generatoren oder Turbinen in elektrische Energie umgewandelt werden kann.

 

Die dezentrale Kompakt-Pyrolyse der Biofabrik erreicht die Marktreife

Nach sechs Jahren Entwicklungszeit erreicht die WASTX Plastic, eine Kompakt-Pyrolyseanlage des Dresdener Umwelttechnologie-Startups Biofabrik Technologies GmbH, nach einem erfolgreichen Dauertest die Marktreife. Die WASTX Plastic zeichnet sich durch eine äußerst kompakte und effiziente Bauweise aus. In einem Container verbaut kann die WASTX Plastic genau dort aufgestellt werden, wo der Plastikabfall entsteht.

Die wichtigsten technischen Daten:

  • Die WASTX Plastic verarbeitet pro Modul etwa 250 Kg Plastikabfall pro Tag
  • Aus einem Kilogramm Plastikabfall wird ein Liter Kraftstoff
  • Jeder Liter Kraftstoff liefert etwa 3,5 kWh elektrische Energie
  • Für die Prozessierung von einem Kilogramm Plastikabfall benötigt die WASTX Plastic etwa eine kWh Energie

 

Gemeinsame Entwicklung mit einem der ältesten Verpackungshersteller der Welt

Die Entwicklung der WASTX Plastic dauerte etwa sechs Jahre. Dabei wurden zahlreiche verschiedene Reaktorkonzepte erprobt und wieder verworfen, bis sich im Jahr 2017 der Durchbruch für einen vollautomatisierten kontinuierlichen Prozess ergab. Die größte Herausforderung bestand in der Folge im Umgang mit nicht-reinen Kunststoffen, wie sie in der Abfallwirtschaft üblich sind.

2016 beteiligte sich die Schur Star Systems GmbH an der Entwicklung der WASTX Plastic. Das Ziel war es, die Reststoffe aus der Verpackungsproduktion direkt am Produktionsstandort in Flensburg zu verwerten. Schur Star Systems lieferte fortan den Plastikabfall für die Entwicklung und Erprobung des Prototypen.

Die speziellen Eigenschaften, der zu verwertenden Kunststofffolien stellten die entwickelnden Ingenieure vor einige Herausforderungen. Letztendlich führte die Komplexität des Input-Materials zu einer hohen Robustheit der WASTX Plastic gegenüber Verunreinigungen und Verbundstoffen. Damit ist die WASTX Plastic in der Lage Kunststoffe zu verwerten, für die bisher kein stoffliches Recycling möglich war.

 

Besichtigung der WASTX Plastic im laufenden Betrieb

Die WASTX Plastic kann im laufenden Betrieb besichtigt werden. Bitte richten Sie Ihre Anfragen an presse@biofabrik.com.

 

BIOFABRIK Technologies GmbH

Die BIOFABRIK Technologies GmbH Firmengruppe mit Sitz in Dresden entwickelt und vermarktet innovative Technologien und disruptive Lösungsansätze zur nachhaltigen Bewältigung von Energie-, Ernährungs- und Abfallproblemen weltweit. Dabei will BIOFABRIK den zerstörerischen Abbau fossiler Rohstoffe verringern und setzt auf die Entwicklung profitabler und dabei möglichst klimaneutraler Geschäftsmodelle.

Der Geschäftsbereich White Refinery entwickelt die WASTX-Technologie, mit deren Hilfe Plastik- und ölhaltige Abfallstoffe vollautomatisiert einer sinnvollen stofflichen und energetischen Verwertung zugeführt werden können. Die chemischen Verbindungen der Problemstoffe werden in der dezentralen Kompaktpyrolyseanlage aufgelöst und wieder zurück in ihre flüssige Form überführt – es bleibt ein dieselähnlicher Energieträger. Aus einem Kilo Plastik wird mit der Technologie ca. ein Liter Kraftstoff und somit bis zu 10 Kilowattstunden Energie. Mit der WASTX-Technologie existiert somit erstmals ein umfassendes System zur ganzheitlichen und nachhaltigen Aufbereitung sowie der dezentralen Energie- und Wärmeversorgung aus Kraftstoff, gewonnen aus Plastikabfällen oder Altöl. Die WASTX-Kompaktpyrolyse-Anlagen können direkt dort betrieben werden, wo der Müll anfällt – in Industrieanlagen, Häfen und Gemeinden überall auf der Welt.

 

 

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