WASTX Plastic: Die dezentrale Kompakt-Pyrolyse der Biofabrik erreicht die Serienreife

WASTX Plastic Seitenansicht

Erst legen, dann gackern: Warum ihr so lange nichts von unserer WASTX Plastic gehört habt

Es ist mehr als zwei Jahre her, dass wir das letzte Mal von unserem Herzensprojekt WASTX Plastic berichtet haben. In den vergangenen sechs Jahren, seit wir mit der Entwicklung unserer WASTX Plastic begonnen haben, hörte man immer wieder von funktionierenden Pyrolyseanlagen, um dem Plastikproblem der Welt Herr zu werden.

Bei nahezu allen Anlagen stellte sich jedoch in der Folge heraus, dass sie die aus unserer Sicht nötigen Anforderungen an Profitabilität, Energieverbrauch, Dezentralität und der Verarbeitung unreiner Plastikströme nicht gerecht werden. Und nicht ohne Grund stapelt sich der Plastikabfall weltweit immer noch auf riesigen Mülldeponien.

Leider haben diese – im Nachhinein voreiligen – Veröffentlichungen zu einer berechtigten Skepsis gegenüber “Pyrolyseanlagen” geführt, weshalb wir uns dazu entschieden haben, uns zu diesem Thema erst wieder zu äußern, wenn wir alle Kernfunktionen und Zielparameter über einen langen Zeitraum wissenschaftlich nachgewiesen haben.

Und hier sind wir nun.

Die WASTX Plastic: Unsere Lösung für nicht-recyclingfähig Kunststoffabfälle

Weltweit werden pro Jahr über 300 Mio. Tonnen Kunststoffabfälle produziert – Tendenz leider immer noch steigend. Etwa 5 Mrd. Tonnen Kunststoffabfälle liegen bereits auf Deponien. Doch wenn Kunststoffe über einen längeren Zeitraum Witterungsbedingungen wie Sonneneinstrahlung oder Wasser ausgesetzt sind, führt das zu einer ganzen Reihe von negativen Auswirkungen für Flora und Fauna, unter anderem setzt das Plastik erhebliche Mengen Treibhausgase frei.

Hinzu kommt, dass die Kunststoffe ihre Werkstoffeigenschaften verlieren und somit nicht oder nicht mehr wirtschaftlich recycelt werden können. Außerdem werden weltweit immer mehr Verbundkunststoffe hergestellt, für die es ebenfalls noch keine werkstofflichen Recycling-Methoden gibt – zum Beispiel Plastikverpackungen aus der Lebensmittelindustrie, die hauchfein mit Aluminium bedampft, bedruckt oder aus verschiedenen Materialien kombiniert wurden. Für diese Abfälle gibt es aktuell keine sinnvollen Sortier- und Verwertungsströme – außer eben Recyclingkraftstoff.

Im innovativen Pyrolyseverfahren der WASTX Plastic werden die langkettige Kohlenwasserstoffverbindungen des Plastikabfalls durch den Einfluss hoher Temperaturen unter Ausschluss von Sauerstoff aufgebrochen. Es entstehen kurzkettige und damit flüssige Verbindungen. Aus dem Plastikabfall wird so ein Kraftstoff der zum Antrieb von Verbrennungsmotoren verwendet oder durch Generatoren oder Turbinen in elektrische Energie umgewandelt werden kann.

Gemeinsame Entwicklung mit dem ältesten Verpackungshersteller der Welt

Etwas mehr als sechs Jahre lang flossen große Mengen Hirnschmalz,Schweiß und Tränen in den Prototypen auf unserem Hof – und Kaffee in uns. Wegweisende Durchbrüche und harte Rückschläge wechselnden einander teilweise täglich ab. Die Zahl allein der unterschiedlichen Reaktorkonzepte, die erprobt und wieder verworfen wurden, lässt sich an zwei Händen nicht abzählen.

Vier Jahre waren seit der Inbetriebnahme unseres ersten Testreaktors bereits vergangen, als sich 2017 der Durchbruch für einen vollautomatisierten kontinuierlichen Prozess ergab. Die größte Herausforderung bestand in der Folge im Umgang mit nicht-reinen Kunststoffen, wie sie in der Abfallwirtschaft üblich sind.

2016 beteiligte sich die Schur Star Systems GmbH an der Entwicklung der WASTX Plastic. Das Ziel war es, die Reststoffe aus der Verpackungsproduktion direkt am Produktionsstandort in Flensburg zu verwerten. Schur Star Systems lieferte uns fortan den Plastikabfall sowie wertvolles Feedback aus Anwendersicht für die Entwicklung und Erprobung des Prototyps.

Dauertest erfolgreich: Die WASTX Plastic wird in die Serie überführt

Zwei Jahre lang haben wir die Anlage seitdem die Steuerung fein abgestimmt, optimale Prozessparameter gefunden und den Ein-und Austrag automatisiert. Damit die Anlage wirtschaftliche betrieben werden kann, mussten folgende Zielwerte erfüllt sein:

  • Die WASTX Plastic verarbeitet pro Modul etwa 250 kg Plastikabfall pro Tag
  • Bis zu acht Module passen in einen einzigen Seecontainer – der Prozess ist unbegrenzt skalierbar – von 250 Kilo bis zu X Tonnen am Tag
  • Aus 1 kg Plastikabfall wird ein Liter Kraftstoff
  • Jeder Liter Kraftstoff liefert etwa 11 kW potenzielle und 3,5 kWh elektrische Energie
  • Für 1 kg Plastikabfall wird nur maximal  1 kWh Energie benötigt
  • Die Anlage läuft und versorgt sich vollautomatisch
  • Die Anlage kann ununterbrochen bedient werden
  • Sie wird schlüsselfertig zum Kunden geliefert und ist sofort betriebsbereit
  • Der Kraftstoff erreicht alle Normen, um weltweit handelbar zu sein
  • Alle deutschen Umwelt- und Emissionsrichtlinien werden dauerhaft eingehalten

Uns war klar, dass wir auch nach Erreichen dieser Zielwerte erst dann am Ziel sein würden, wenn die Anlage vollautomatisch arbeiten würde. Genau das sollte die WASTX Plastic nun in einem Dauertest beweisen.

Mit Abschluss des Dauertests hat unsere WASTX Plastic die Marktreife erlangt und die Fertigung der ersten Serienanlage hat begonnen. Im nächsten Schritt wird die erste Anlage zu unserem Partner Schur Star in Norddeutschland ausgeliefert und der internationale Vertrieb kann beginnen, damit wir dem weltweiten Plastikwahnsinn endlich eine zu Ende gedachte, preiswerte, modulare und dezentrale Lösung entgegensetzen können.

Abonniere unsere Facebook-Seite oder unseren Newsletter, um keine Updates dazu zu verpassen. Mehr zur Funktionsweise der WASTX Plastic erklärt unser CTO Dr. Martin Schneider außerdem in folgendem Video:

Überzeuge dich selbst und besuche unsere Vorführanlage in Dresden

Der Prototyp im laufenden Betrieb sowie die gerade im Bau befindliche erste Serienanlage der WASTX Plastic stehen an unserem Standort in Dresden für Presse, Kaufinteressenten sowie potenzielle Lieferanten und Abnehmer zur Besichtigung bereit.

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