Wie unsere Kunden klimaneutralen Recycling-Diesel tanken und dabei Geld sparen

Am 09. Oktober hielten wir sie endlich in den Händen: Die Erteilung einer Erlaubnis zur Herstellung von Energieerzeugnissen unter Steueraussetzung, kurz: Erlaubnis zum Anschalten unserer ersten WASTX Oil in Hoyerswerda.

Seit über einem Monat läuft sie nun vollautomatisch im 24/7-Betrieb und verwandelt verschmutztes Heizöl und verunreinigten Diesel in neuen Kraftstoff, der sogar der DIN-Norm für Diesel entspricht. Die erste Anlage wird unsere kleinste bleiben: Etwa 5.000 Liter Mineralölabfall bereitet sie pro Woche auf.

 

Altöl – ist das ein Problem?

Weltweit fallen jedes Jahr etwa 25 Millionen Tonnen Altöl an. Dabei reicht ein Tropfen, um etwa 1.000 Liter Wasser ungenießbar zu machen. Über die globalen Auswirkungen von Altöl haben wir bereits in unserem letzten Blog geschrieben.

Schauen wir aber jetzt einmal nicht in die Länder dieser Erde, die wegen einer fehlenden Entsorgungs-Infrastruktur große Schwierigkeiten haben, dem Problem Herr zu werden. Wir sprechen jetzt nicht über Altöl in Deponien oder – noch schlimmer – direkt in Böden oder Gewässern. Wir wollen nicht mit dem Finger auf andere zeigen.

Laut aktuellen Zahlen des Bundesverbands Sekundärrohstoffe und Entsorgung (BVSE) werden in Deutschland 467.000 Tonnen Altöle gesammelt und zusätzlich 129.000 Tonnen Altöle importiert. Das heißt, das deutsche Altölaufkommen summiert sich auf knapp 600.000 Tonnen.

Hierzulande regelt die Altölverordnung vom 01. Mai 2002 die Entsorgung von Altöl. In die Natur gelangt es in Deutschland in der Regel glücklicherweise nicht. Dennoch hinterlassen Altöle auch hierzulande einen tiefen ökologischen Fußabdruck:

Etwa 15 % der entstandenen Altöle werden nicht wiederaufbereitet, sondern schlicht klimabelastend verbrannt. Entscheidender für den ökologischen Fußabdruck sind allerdings die meist langen Transportwege, die das Altöl zurücklegt: Vom Ort des Entstehens bis zur zentralen Großraffinerie und über den Aufbereiter zurück zum Ort des Verbrauches summiert sich das zu Strecken von weit mehr als 1000 km.

Das bedeutet: der Transport nur einer Tonne Altöl verursacht etwa 20 Kg CO2 – pro Tanklaster entstehen so also 800 Kg klimaschädliches Kohlendioxid.

 

Die WASTX Oil – Dezentrale Wiederaufbereitung von Mineralölabfällen

Der 09. Oktober war für uns deshalb so entscheidend, weil er den Startschuss für eine Revolution in der Verwertung von Mineralölabfällen darstellt. Bereits unsere erste Anlage verdeutlicht unsere Mission: Verarbeitung des Abfalls dort, wo es anfällt und direkter Verbrauch vor Ort.

Der Standort Hoyerswerda wird aus der etwa 70 Kilometer entfernten Lausitz mit Heizöl- und Dieselabfällen beliefert. Mit dem mit der WASTX Oil produzierten Din-Diesel beliefern wir die benachbarte Spedition Bresan. Wir möchten hier nichts schönreden: Auf die 70 Km Anlieferung müssen wir noch 20 Meter Auslieferung rechnen. Insgesamt reduzieren wir so den Weg vom Ort des Entstehens bis zum Betanken der LKWs um etwa 93 %.

Damit reduzieren wir das transportbedingte CO2 von 20 Kg auf etwa 500 g pro Tonne. Aus den 800 Kg, den ein Tanklaster auf seinem Weg zu einer zentralen Raffinerie erzeugt, werden so 21 Kg Kohlendioxid.

 

Eine kurze Geschichte von der Ökonomie der Ökologie

Bereits seit 2011 arbeiten wir daran, Lösungen für einige der größten gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu liefern. Von Anfang an war uns klar, dass der ökologische Wandel nur funktionieren kann, wenn er keine Kosten verursacht, oder besser: auch monetäre Vorteile für alle Parteien mit sich bringt.

Wie das mit der WASTX Oil möglich wird, zeigen wir dir an diesem Beispiel:

Unser Zulieferer spart sich lange Fahrtwege und damit Transportkosten. Die Spedition Bresan kauft unseren Diesel deutlich unter dem tagesaktuellen Tankstellenpreis ein. Bei etwa 20.000 Litern pro Monat und einem stark steigenden Dieselpreis an den Tankstellen ergibt das eine mittlere vierstellige Ersparnis pro Monat. Jede Partei hat also einen ökonomischen Vorteil, wenn sie das ökologisch richtige tut.

Mit dem erzeugten Recycling-Diesel unserer ersten WASTX Oil versorgt Bresan etwa 1/4 aller Fahrzeuge.
Und was tun wir?

Einfach eine revolutionäre Technologie entwickeln: Testen. Scheitern. Testen. Scheitern. Testen. Jubeln. Genehmigung beantragen. Zehn Monate warten. Anschalten.

Bis hierhin war es leicht. Doch wir sind ja nicht angetreten, um aus 800 Kg 21 Kg Kohlendioxid zu machen und dann zuzuschauen, wie der von uns produzierte Kraftstoff verbrannt wird. Manchmal ist der Name Biofabrik eine echte Bürde…

 

Klimaneutraler Kraftstoff durch Wiederaufforstung

Ein Hektar Waldfläche speichert pro Jahr etwa 13 Tonnen CO2. Um den Kraftstoff unserer erste Anlage zu neutralisieren, pflanzen wir aus den Einnahmen des Produktverkaufes 48 Hektar Wald. Diese Fläche ist in der Lage, jedes Jahr das beim Verbrennen unseres Diesels entstehende Kohlendioxid zu binden. Das tun wir aber natürlich nicht nur für die erste Anlage, sondern für jede zukünftige WASTX Oil.

Die Produktionsmenge unserer ersten WASTX Oil reicht, damit bereits ¼ der gesamten Flotte der Spedition Bresan klimaneutral fährt.

Jeden Monat spart unsere kleine WASTX Oil in Hoyerswerda also 90 % LKW-Kilometer, mehr als 50 t Kohlendioxid und mehrere tausend Euro Spritkosten.

 

Ausblick

Aktuell fertigen wir die erste Serie der WASTX Oil. Sie hat in der aktuellen Baureihe inzwischen eine Verarbeitungskapazität von 2.000 l pro Tag. Das bedeutet pro Anlage eine Einsparung von 143 t Kohlendioxid im Monat und 130 ha aufgeforsteter Waldfläche.