Wir sind auf Öl gestoßen. An jedem Ort der Welt.

Nach fünf Jahren Entwicklungszeit läuft der Prototyp unserer White Refinery, der ersten automatischen Kompaktraffinerie der Welt, selbständig und liefert Öl aus Plastikabfall – dezentral an jedem Ort der Welt. Sie trägt damit einen wesentlichen Teil dazu bei, das Müll- und das Energieproblem der Welt zu lösen.

Plastikmüll zu Energie – irgendjemand musste es machen

Es war ein langer Weg: von der ersten Idee – damals in den von Plastikmüll brennenden Hinterhöfen in Indien, Kambodscha und Vietnam – bis heute, dem Tag, an dem unser Baby laufen lernt. Ursprünglich sollte es einfach eine Entwicklung sein, mit der die Welt aus den unerschöpflichen Mengen von sinnlos verbranntem, in den Meeren schwimmendem und nur zu einem Bruchteil recycelten Plastikabfall eine Lösung für ihre Energieprobleme macht.

Unsere Suche nach schon vorhandenen Technologien führte uns quer durch Europa. Von paranoiden Erfindern über windige Geschäftemacher bis hin zu teilweise funktionierenden Prototypen. Aber sie alle hatten eines gemeinsam: sie hatten keine zu Ende gedachte Lösung und völlig überzogene Preisvorstellungen ohne an den Kunden zu denken.

Die Anlage musste aus unserer Sicht klein, preiswert, einfach zu bedienen und sauber sein. Sie sollte allen deutschen Umweltauflagen gerecht werden und damit den härtesten der Welt. Kein einziges bestehendes System konnte diesen Ansprüchen gerecht werden. Uns so gab es nur eine Lösung: wir mussten es selbst machen.

 

Von der WASTX zur White Refinery

Die Anforderungen an das extra eingestellte Team aus Ingenieuren, Konstrukteuren, Programmierern und Elektrotechnikern waren hoch: der erste Prototyp sollte die Größe eines Seecontainers nicht überschreiten und folgende Anforderungen bereits erfüllen:

  • Ein Komplettsystem, für das der Kunde keine weiteren Komponenten brauchte, inklusive Reaktoren, Steuerungstechnik, Kraftwerk und Reinigungstechnik.
  • Modular erweiterbar, so dass von 500 Kilo Plastik am Tag bis zu X Tonnen alles möglich war.
  • Vollautomatisiert, kinderleicht zu bedienen und aus der Zentrale in Deutschland fernüberwacht. Supportteams weltweit würden innerhalb von 24 Stunden helfen.
  • Ein Preis von unter 500.000 Dollar, damit sich auch Gemeinden und Kleinstädte ein solches System leisten könnten.
  • Und sie sollte profitabel sein. Die erzeugte Energie musste deutlich wertvoller sein als der eingebrachte Abfall, die Investitionsrendite für den Käufer überdurchschnittlich. Nur so konnte sich das System hundert- oder tausendfach verkaufen.

Und dann, drei Jahre später, im Jahr 2015, nach unendlichen Rückschlägen, einem schlaflosen Auf und Ab aus Hoffnungen, Ernüchterung, Neuversuchen, nächtelangen Tests mit zwei Stunden Schlaf, hängenden Köpfen und aufmunternden Worten sowie Hunderttausenden von Euros an investiertem Kapital war es soweit:

Es tropfte Öl aus den Destillationstanks. Und es lief einen Generator, der Strom erzeugte – und zwar richtig viel Strom. Die Presse wurde aufmerksam und jubelte, wir empfingen interessierte Kunden aus aller Herren Länder, darunter Regierungsvertreter, Scheichs und Industrielle.

Aber wir waren nicht zufrieden

Aber wir waren noch nicht am Ziel angekommen. Die Energiebilanz war noch nicht gut genug, der große Reaktor sperrig zu bedienen. Er benötigte acht Stunden zum Aufheizen, weitere acht für den Prozess selbst und wiederum acht, um abzukühlen und die Reststoffe zu entleeren. Die Kunden wollten die Anlage trotzdem kaufen, aber wir waren nicht zufrieden. Sie war einfach nicht … perfekt.

Und so musste das Team neu ans Reißbrett. Wir fingen von Null an. Wenn wir auf den Weltmarkt wollten, dann mit dem perfekten Produkt. Und so begann alles von vorn. Die Ängste, die Ideen, die Hoffnungen und Rückschläge, die Teilerfolge.

Diesmal sollte die Anlage neben den oben genannten Anforderungen vor allem eines sein: viel, viel kleiner und damit noch einmal deutlich preiswerter. Jedes Dorf, jede Kleinstadt sollte sich ein solches Gerät leisten können. Plastik sollte so wertvoll werden wie Flaschenpfand. In jedem Einkaufszentrum eine Anlage, die Bürger geben ihr Plastik ab, bekommen dafür Geld und die Anlage versorgt die Stadt mit Energie. Diese Vision war rund – sie könnte Tausende Arbeitsplätze weltweit schaffen und unendliche Mengen Plastik umwandeln. Und so geschah es.

Und nun gibt es sie: die Biofabrik White Refinery.

Mit einem völlig neuen Reaktorkonzept schafften wir es letztlich. Während die meisten verfügbaren Prototypen, auch unser erster, im sogenannten Batch-Verfahren prozessieren, also Deckel auf, Abfall rein, Prozess, Deckel auf, Abfall raus, wieder auf Null, haben wir einen kontinuierlichen Prozess geschaffen. Die Anlage ist in der Lage, sich selbst zu füttern, zu prozessieren und sich selbst zu reinigen – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr – vollautomatisch.

nd das ist die eigentliche Revolution. Durch dieses vollkommen neue Verfahren schaffen wir nun den Durchsatz von Großanlagen auf der Größe eines Kühlschranks. Die Detaillösungen von der automatischen Einbringung über einen intelligenten Reaktor mit Dutzenden intelligenten Heizzonen bis hin zu einem Austragssystem, das in der Lage ist, unter Sauerstoffausschluss bei mehreren hundert Grad selbständig die Reaktionsrückstände auszutragen, würden hier den Rahmen sprengen. Aber sie waren die Lösung.

Und deswegen sind wir, während ein paar Tränen der Freude und der Erleichterung die Tastatur netzen, stolz darauf, den ersten Test des kompletten Systems als erfolgreich veröffentlichen zu können. Nach 5Jahren, 9 Monaten und 23 Tagen. Die Stunden weiss ich nicht mehr. Wohl aber den mittlerweile siebenstelligen Investitionsbetrag.

Und nun zum letzten Schritt: dem Dauertest

Vor uns liegt nun die Aufgabe, die White Refinery in den finalen Beweis des Dauerbetriebes und einer Ziel-Energiebilanz von mindestens 50% Wirkungsgrad zu schicken. Sie soll 500 Kilo Plastikabfall am Tag schaffen, genug, um ein kleines Dorf mit Energie zu versorgen. Sie soll zudem ins finale Design überführt werden (im Moment sieht der Prototyp alles andere als vorzeigbar aus) und ein neues Zusatzmodul bekommen.

Dieses soll in der Lage sein, Auch unsortierten Abfall selbständig zu zerkleinern und mit Hilfe eines völlig neuen Verfahrens jene Plastiksorten auszusortieren, die für unseren Prozess geeignet sind. Alle anderen werden aussortiert und können dem Recycling zugeführt werden. Denn wieder verwendete Plastik ist die beste Plastik.

Die White Refinery soll deshalb nur jene Sorten zu Energie verarbeiten, die keine andere Anwendung mehr finden können. Mit Hilfe dieses Fütterungsmoduls werden wir in der Lage sein, Kommunen, Großkunden und Projekten wie Boyen Slats Ocean Clean Up eine Komplettlösung inkl. Müllsortierung für unter 200.000 Dollar liefern zu können. Ein bislang nie dagewesenes Konzept.

Drückt uns also die Daumen für diesen letzten Schritt zur ersten serientauglichen Kompaktpyrolyse der Welt! Verfolgt hier, wie es uns gelingt, eine Lösung zu schaffen, die die Welt ein bisschen sauberer und damit besser macht.

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We have discovered oil. Everywhere in the world.

After five years of development the prototype of the first automatic compact pyrolysis in the world started its self-contained operation and delivers oil from plastic waste – as distributed systems everywhere in the world. The technology solves a great part of world’s waste and energy problem.